Wie man grünen Strom produziert - und dabei gutes Geld mit Klimaschutz verdient

Aktualisiert: Jan 4

Anbei eine Übersicht an Infos und Links zum Thema Photovoltaik (PV). Zusammengefasst: Meiner Meinung nach ist eine Solarstrom-Anlage auf dem eigenen Dach derzeit eine der attraktivsten Geldanlagen, da fast risikolos, sowie mit deutlich höherer Rendite als jedes Festgeldkonto! Zudem ist es ein sehr wertvoller und wirksamer Beitrag zu mehr Klimaschutz!


Kurz ein paar Fakten:

  • Trotz immer weiter sinkender Einspeisevergütung, lassen sich nach wie vor typische Renditen von ca. 3% (ohne Eigenverbrauch) bis 7% (mit Eigenverbrauch, ohne Batteriespeicher) pro Jahr erzielen. (Siehe unten die Referenzen zu dem renommierten Finanztest von Stiftung Warentest)

  • Nach ca. 10 Jahren hat eine neue PV-Anlage die Anschaffungskosten amortisiert und erwirtschaftet reine Überschüsse über viele Jahre, wenn nicht mehrere Jahrzehnte.

  • Nach 2,5 Jahren ist eine Anlage schon CO2-negativ, d.h. sie hat mehr CO2 eingespart, als in der Produktion notwendig war!

  • 1 kiloWatt Peak-Modulleistung (kWp) ergibt ungefähr 1000kWh Ertrag im Jahr.

  • Aktuell gibt es knapp 10c/kWh für Strom, der eingespeist wird.

  • Der Anteil am Eigenverbrauch ist typischerweise 25-30%. Tendenziell sollte dieser Wert ansteigen, wenn Verbraucher optimal genutzt werden (Wasch- und Spülmaschine mittags programmieren, E-Auto am Nachmittag, bzw. Wochenende aufladen etc). Smarte Geräte können hier unterstützen, aber auch schon simple Timer helfen.

  • Der erzeugte "grüne" Strom wird vollständig genutzt (entweder zu Hause oder eingespeist): Jede erzeugte Kilowattstunde der eigenen Anlage verdrängt im Normalfall konventionelle Energieträger wie Gas und Kohle (die Anlagen werden bei Überangebot von Energie gedrosselt oder abgeschaltet!).

  • Statt eine attraktive Eigenkapitalrendite anzustreben, kann man sich auch (z.B. über KfW- oder anderweitige Investitionskredite) günstig Geld leihen. Mit Kreditzinsen von um die 1% bedeutet das, dass ich mit geliehenem Geld, selber Geld verdienen kann, und das ab dem ersten Tag. Die Anlage trägt sich damit von selber und man hat statt monatliche Belastung, eine monatliche Entlastung, sowie irgendwann eine von allein abbezahlte Anlage! In der Finanzsprache: Die Anlage ist ab dem ersten Tag und dauerhaft Cashflow-positiv und generiert über die gesamte Lebensdauer ordentlich Rendite.


Hier ein paar Mythbusters (=vermeintliche Weisheiten, die einfach Falsch sind):

  • "PV Anlage würden an Leistung verlieren wenn sie Älter werden" --> Das stimmt zwar generell, ist aber in der Praxis irrelevant. Modulhersteller geben Leistungsgarantien von 20-30 Jahren - bis dahin hat sich die Anlage längst finanziell gerechnet. Und darüber hinaus: Mittlerweile gibt es die ersten Erfahrungen mit alten PV Anlagen - und es zeigt sich, dass die meisten Anlagen 30, 40 oder sogar 50 Jahre attraktive Erträge erwirtschaften können (eine abbezahlte Anlage druckt auch bei 70 oder 80% Effizienz noch Geld!)

  • "Nur bei hohem Eigenverbrauch lohnt sich eine PV Anlage" --> Stimmt nicht. Ja, der Eigenverbrauch ist die interessanteste Form. Aber selbt ohne Eigenverbrauch ammortisiert sich eine Anlage schnell und wirft eine Rendite von 2-3% pro Jahr ab.

  • "Heutzutage braucht man einen Energiespeicher, damit der Eigenverbrauch hoch ist" --> Stimmt leider (noch) nicht. Siehe auch den vorherigen Punkt. Insgesamt werden die Einsparungen absolut zwar höher, die Investitionskosten steigen aber überproportional. Will heißen, dass bei aktuellen Preisen und Lebensdauern von Batteriespeichern die relative Rendite auf die Investition von 7 bis auf 3% sinkt. Während der 20 Jahren Festvergütung des eingespeisten Strom ist das Netz häufig der "bessere Energiespeicher". Es ist zu erwarten, dass die Batteriepreise weiter sinken und und die Lebensdauern weiter ansteigt, so dass hier zukünftig sicherlich noch mehr Potential steckt. Wenn man mit begrenztem Budget arbeitet, sollte meiner Meinung nach zu erst die PV-Fläche maximiert werden, bevor es optional an einen Batteriespeicher geht. Die relative Eigenverbrauchsquote ist nicht der eigentliche Zielwert. Bitte auch bedenken, dass Installateure meist mehr verdienen, wenn sie auch noch einen Batteriespeicher anbieten - von daher ist deren "Experten-Meinung" mit etwas Vorsicht zu nehmen.

  • "Ohne Batteriespeicher verschenkt der Wechselrichter 30% der Leistung" - Ein klares Nein. Zwar müssen mittlerweile Wechselrichter auf maximal 70% der Nennleistung gedrosselt werden, aber dies ist kein großes Problem. A) Moderne Anlagen rechnen den Eigenverbrauch dazu, so dass mehr als 70% der Peak-Leistung abgerufen werden können, ohne dass mehr als 70% eingespeist werden. B) Die PV Anlagen laufen nur selten mit voller Leistung. Selbst im Hochsommer nicht, da aufgrund der Wärmeentwicklung der Wirkungsgrad sinkt. Bei Ost- oder West-Anlagen, ist es noch mal deutlich geringer. Will heißen, dass in typischen Fällen gerade mal 1-2% des Jahresertrags der Drosselung zum "Opfer" fallen. Selbst im schlimmsten Fall (Volleinspeisung, unbeschattete Süd-Anlage mit optimalem Dachwinkel) beziffern sich die Verluste auf maximal 5-6%. Dies begünstigt zwar Batteriespeicher, macht sie aber weder hochrentabel, noch eine Anlage ohne Speicher unrentabel.

  • "Nur bei einem Süddach mit 40-50 Grad Neigung lohnt sich eine Anlage". --> Das stimmt nicht. Zwar ist die Anlage dann am effizientesten, aber mit Blick auf folgende Grafik zeigt sich, dass auch Ost-West Anlagen und andere sich ammortisieren und attraktive Renditen abwerfen. Dies gilt umso mehr, wenn man dadurch die Gesamtfläche vergrößern kann und höhere Skaleneffekte hat. Sprich: Zusätzliche Module auf Randflächen haben zwar weniger spezifischen Ertrag, sind aber bei Ergänzung zu einer Hauptanlage aufgrund der niedrigen Grenzkosten (Einbau der Anlage, Wechselrichter etc. ändern sich nicht groß) trotzdem attraktiv!


Und hier die Kurzversion aus dem Finanztest 10/2018:






Damit mein Appell und Rat am Ende:

1.) Jeder, der ein Dach oder Dächlein hat, sollte seinem Geldbeutel und dem Klima zur Liebe eine PV Anlage anschaffen. Je schneller, desto besser.

2.) Maximiert die PV-Fläche (auch Ost-, West-, oder gar Nordflächen prüfen). Die Grenzkosten für Anlagen sind deutlich geringer, als später noch einmal nachzurüsten. Der absolute Ertrag und die CO2 Einsparungen steigen mit jedem zusätzlichen Modul.

3.) Wenn die Dachfläche voll ausgenutzt ist, kann zusätzlich über einen Batteriespeicher nachgedacht werden.


Anbei noch ein paar interessante Links:

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